Das Problem… und das Ziel

Wie das so ist: Eben noch den Kopf voller Ideen, aber kaum hat man den Blog zusammengebastelt, gähnende Leere. Um Inspiration zu finden, hab ich mal in anderen Blogs gestöbert, und bin über was gestolpert.

Zum „Grundproblem“ bei Borderlinern, von einem Nicht-Borderliner geschrieben:
„Wenn der Kern eines Menschen durch massive seelische/körperliche Gewalt (in vielen Fällen sehr früh schon) zerschlagen wurde, dann verfügt dieser Mensch nicht über eine „sichere Identität“. Er kennt sich in sich selbst nicht aus und kann sich auf nichts im Leben verlassen. Daher versucht er auch mit allen Mitteln, andere Menschen an sich zu binden (z. B. durch Manipulation, Gefälligkeiten, emotionale Erpressung, Machtspiele… Grenzverletzungen).“
Ich zitier das hier mal ganz dreist, und hoffe, das geht in Ordnung.

Ich weiß nicht, ob es auf alle Borderliner zutrifft. Aber für mich bejahe ich das nach einigem Überlegen.
Ich habe zwar ein Selbstbild. Das ist aber effektiv eine Anhäufung von Dingen, die ich über die Jahre zu hören bekommen habe oder die mir anderweitig vermittelt wurden. Interessanterweise alles negativ. Addiert ergibt es das Bild einer kleinen, hässlichen, dummen, untalentierten (*hier eine beliebige Anzahl beliebiger abwertender Adjektive einfügen*) Maus.
Dummerweise funktioniert dieses „Fremdeinschätzung als Selbstbild“-Annehmen nicht mit positiven Sachen. Beispiel: Ich hab so oft gehört, ich wäre zu dürr… ich sehe im Spiegel mittlerweile ein dürres Skelett mit Haut drüber. Und jetzt kann man mir so oft sagen, daß meine Figur gut ist und ich nicht zu dünn bin, wie man will (und es gibt da speziell eine Person, die sich da einen abrackert grins), es kommt einfach nicht richtig bei mir an. Ich weiß, diese Person lügt nicht, und ich weiß auch irgendwo, daß er recht hat. Aber ich seh es einfach nicht so…
Hinzu kommt, daß ich den Großteil meines Lebens versucht habe, „Freunde“ zu finden, indem ich mich angepasst habe. Ich hab die Leute beobachtet, analysiert… bis ich wusste, was sie für einen Menschen wollen. Und dann war ich eben so. Gewünscht war ein lautes, durchgedrehtes Partygirl? Bitte, hier habt ihr’s. Ein stilles Mäuschen, das brav in der Ecke sitzt und ja und amen sagt? Kein Problem. Und wenn die Leute mich dann mit dieser Maske mochten, mochte ich mich auch zumindest ein bißchen… und hab mich gleichzeitig für die Charade gehasst.
Und nun? Nun habe ich dieses Selbstbild und die angesammelten Masken… und muss erstmal rauskriegen, was wirklich unter der Maske steckt, um das dann in meinem Selbstbild anstelle des übernommenen Zeugs einsetzen zu können.
Was wiederum die Frage aufwirft: Und wenn ich das, was darunter liegt, auch nicht mag? Was dann?
Nicht gerade hilfreich, dieser Gedanke…
Aber mal nüchtern betrachtet: Gibt es irgendwo da draußen wirklich jemanden, der alles an sich mag? Wahrscheinlich nicht. Und ist es nicht vielleicht einfacher, einen Haken an sich selbst zu akzeptieren, der eben zu einem gehört, der „echt“ ist? Wahrscheinlich schon.
Also… Attacke! Wer bin ich? Was will ich? Wo will ich hin? Finden wir es raus! schluck

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s