Kraft ziehen… aber woher?

Ich muss heut aus aktuellem Anlass an eins der zigtausend Gespräche mit Hakon denken. Es ging um Kraft, wo man die herbekommt, und daß mein Weg, sie zu kriegen, nicht der beste zu sein scheint und ich schleunigst einen anderen finden sollte.

Ich ziehe sie nämlich aus Menschen, die mir was bedeuten. Damit mein ich nicht, daß ich sie vollheule und mich bemitleiden und aufbauen lasse. Jaa, gut, mach ich auch, aber ich denke (hoffe zumindest) nicht sooo oft.

Es ist mehr der Kontakt an sich. Quatschen, in den Arm genommen werden (oder nehmen, auch im Geiste, das zählt auch), ablenkenden Blödsinn faseln… eben einfach wissen, daß da jemand ist, der einen mag, der, wenn man jetzt losheulen würde, da wäre…

Es gibt da nur einen ziemlichen Haken. Je schlechter es mir geht, umso mehr hab ich das Bedürfnis, real in der Nähe einer solchen Person zu sein. Da reicht dann chatten oder telefonieren eben nicht, so gut das auch sonst tut (siehe Danke von neulich). Ich möchte dann jemanden um mich haben. Die Person kann dann von mir aus auch am anderen Ende des Zimmers am Rechner sitzen. Die Möglichkeit, aufzustehen, rüberzugehen und mich kurz anzukuscheln, reicht dann schon, um mein Chaos zu besänftigen.

Dummerweise hab ich im Moment hauptsächlich 3 Menschen, nach denen ich Sehnsucht (mir fällt grad echt kein besseres Wort ein) hab, wenn ich in einem Loch hänge. Nora, die eine halbe Stunde von mir weg wohnt. Und die gerade einen neuen Freund hat und auf Wolke 7 schwebt, worüber ich echt glücklich bin, und wo ich sie nicht wirklich runterholen mag. Hakon, 1 – 1 1/2 Stunden Zugfahrt von hier (was sich nur lohnt, wenn ich am nächsten Tag frei hab). Und Gisbert, die einzige, die in der Nähe wohnt. Noch zumindest. Ab Samstag hat sich das ja auch erledigt. Die Nachricht hat mich echt umgehauen. Am Ende des Monats wegziehen war ja schlimm genug, aber noch früher? Zum Glück hat mir Hakon am Freitag, als ich das erfahren hab, noch vorgeschlagen, daß ich morgen zu ihm fahr. Das hat mir die letzten Tage geholfen, die Decke abzustützen, damit sie mir nicht auf den Kopf fällt.

War klar, was passieren musste, oder? Vorhin rief er an und hat für morgen abgesagt. Weil er im Moment schwer genervt ist, ihm Menschen auf den Sack gehen und er nicht möchte, daß ich das ausversehen abkriege. Ist ja irgendwo eine gute Idee, grad weil’s mir nicht gut geht. Da wäre das noch das I-Tüpfelchen. Aber trotzdem… Irgendwie war das vorhin ein „Sekunde-wo-ist-der-Boden-hin-verschwunden?“-Moment.

Und mir ist klargeworden: Er hat Recht. Ich brauch‘ definitiv was anderes, wo ich meine Kraft herkriege. Ich muss ja nicht unbedingt komplett umschwenken und auf die Kraft aus Menschen verzichten. Aber ich sollte mir definitiv noch was anderes suchen… Mir graut nämlich jetzt schon vor heute Nacht. Im Chat ist nix los, im Skype ist keiner, Hakon schläft, weil er morgen arbeiten muss… Und ich schlaf‘ und träum‘ im Moment sowieso scheiße, da will ich irgendwie gar nicht wissen, wie’s heut nacht wäre. Ich such‘ mir lieber eine Ablenkung zum durchmachen…

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