Und am nächsten Tag…

… sieht die Welt faszinierenderweise wirklich ganz anders aus…

Auch wenn es wahrscheinlich ziemlich seltsam klingt, aber ich glaube, daß musste alles so kommen. Und vielleicht (hoffentlich) lerne ich endlich was daraus. Denn festgestellt hab‘ ich in den letzten Tagen und besonders gestern ein paar Sachen. Ein paar davon wusste ein Teil von mir schon vorher, aber irgendwie… ich weiß nicht… man kann etwas wissen, aber nicht umsetzen können. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

Punkt 1: Ich kann nicht alles können, und schon gar nicht alleine. Ich kann auch nicht alles wissen. Und das ist völlig in Ordnung so. Wenn man etwas nicht weiß, dann fragt man eben jemanden. Und das heißt dann nicht, daß man doof, ungebildet und sonst was ist. (Herrje, ich halte doch auch niemanden für bescheuert, der mich auf der Straße nach dem Weg fragt! Wieso zum Geier denke ich dann, die Leute würden das andersrum von mir denken??) Wenn man etwas nicht kann, lässt man es sich erklären oder bittet jemanden, einem dabei zu helfen. Und das heißt dann auch nicht, daß man ein Versager ist. Sogar Hakon, der immer gerne wiederholt, daß er niemanden braucht und alleine klar kommt, hat sein Haus nicht ganz allein renoviert, wenn er ehrlich ist. Er hatte Leute, die ihm geholfen haben.

Und wenn mein bescheuertes Hirn mir mal wieder einreden will, daß es anders ist, daß ich alles (alleine) können muss… dann muss ich lernen, ihm zu sagen, daß es verflixt nochmal den Mund halten soll! Ich habe nur 2 Arme und Hände, Tage haben nur 24 Stunden… alles alleine hinkriegen geht eben nicht. PUNKT!

Schöner Satz dazu kam gestern von Bernd, meinem Ex, der sich in den letzten Wochen zu meinem besten Freund gemausert hat: „WIR machen das schon, und dann schaffst DU das im Winter!“.

Punkt 2: Egal, was für Erfahrungen ich bisher gemacht hab‘, ich bin nicht allein! Nicht allen Menschen ist alles, was mit mir zusammenhängt, egal. Klar, so Leute gibt es auch. Aber es gibt eben auch Leute, die sich für mich interessieren, und die gerne bereit sind mir zu helfen. Ich muss nur sagen, daß ich Hilfe brauche! Die können ja schließlich nicht hellsehen.

Punkt 3: Hab‘ ich nicht letztens noch große Reden von wegen Prioritäten setzen und eins nach dem anderen geschwungen? Wieso sag‘ ich sowas, mit voller Überzeugung, und mach‘ es dann nicht?? Mal ehrlich: Wie will ich alles auf einmal klären und erledigen? Ausbildung + Prüfungen, private Probleme lösen, Chaos (innen & außen) sortieren… und am besten dazu noch Hobbies und sowas? Ja, ich hab‘ in den letzten Monaten (eigentlich sogar Jahren) viel zu viel schleifen lassen und nicht erledigt. Und ja, daß muss alles getan werden. Aber doch nicht alles auf einmal, verflixte Axt! Das kann doch gar nicht funktionieren! Wie bin ich auf diese hirnverbrannte Idee gekommen?

Sogar hier im Blog hab‘ ich versucht alles auf einmal zu machen… und nichts davon bisher fertig. Den Borderbag nicht, die Selbstbeschreibung nicht… die Vergangenheitsanalyse auch nur kurz angefangen… Aber so ist das eben, wenn man zuviele Dinge auf einmal machen will: Man fängt alles irgendwie an, aber wirklich zu Ende führen Kopf schüttel und schon gar nicht anständig.

Also, mal ruhig durchgeatmet und ruhig nachgedacht: Priorität hat jetzt, und zwar absolut und eindeutig, eine Grundlage zu schaffen. Sozusagen einen Hafen, von dem aus ich in See stechen kann. Ich werde mich die nächsten 1-2 Wochen darauf beschränken, die Wohnung (und vor allem mein Zimmer) zu einem Ort zu machen, an den ich gerne gehe, an dem ich mich wohl fühle, wo ich Kraft tanken kann. Ich werde das Verhältnis mit meinem Vater einrenken, mit ihm reden, über alles. Mal sehen, ob es was hilft. (In einem Monat guck‘ ich mal, ob sich was geändert hat, und dann sehen wir an dem Punkt weiter.) Und ich werde mich wieder richtig um mich kümmern. Wie war das mit dem regelmäßigen Essen und so? Und wenn das erledigt ist, dann (und erst dann) sehen wir weiter. Nachdenken kann ich ja schon mal, aber angegangen wird das erst, wenn die Grundlage da ist. Denn ohne Kraft kann es ja gar nicht funktionieren, oder?

Also, Prioritäten der nächsten Wochen: Wohnung (und Vater) und Körper. Und bitte, tut mir den Gefallen: wenn ich schon wieder anfange, was anderes nebenher machen zu wollen, ruft mal „Halt!“ dazwischen, ok?

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3 thoughts on “Und am nächsten Tag…

  1. Kenne ich alles ganz gut! Wie war das doch gleich? Man muss sich jeden von neuem für den neuen Weg entscheiden und ab und zu gibt es halt Rückschritte! Klar sollst Du nicht alles auf einmal machen aber Du sollst Dir auch nicht vorwerfen es schleifen gelassen zu haben. Es ging halt nicht, Radikale Akzeptanz ist da wohl das einzige was hilft!

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