Bin wieder da

Entschuldigt die Funkstille und sorry, falls irgendjemand von euch sich Sorgen gemacht haben sollte. Aber irgendwie brauchte ich mal ein paar Tage „Ruhe“ (wenn man das als Ruhe bezeichnen kann, wenn einen trotzdem der Vater nervt und man arbeiten muss, naja…). Einfach mal nachdenken, über geschätzte 3000 Dinge, von denen mir ca. 2000 Angst machen.

Was alles?

Nun ja, für den Anfang „Wie sag‘ ich das dem Rest der Welt?“. Ja, klar, ist nicht deren Problem, und eigentlich ist es auch egal, was die sagen… trotzdem. Bisher wissen es nur Bernd, mein Arzt und ihr eben. Alle der Meinung, daß es eine gute Idee ist. Aber was ist mit dem Rest? Wie sag‘ ich das meinem Vater? Sag‘ ich ihm, daß er auch ein Grund ist, oder schieb‘ ich es einfach auf Depressionen wegen der Prüfung? Vor dem Gespräch dazu mit Hakon graut mir auch jetzt schon. Ich tendiere auch schwer dazu, es ihm erst zu sagen, wenn ich einen Platz und einen Termin hab‘. Dann sind die Chancen geringer, daß er mir das ausreden kann. Ich weiß zwar nicht, ob er das tun würde, aber die Chancen stehen bei Herr „Man muss seinen Scheiß alleine in den Griff kriegen und sich durchbeißen“ wohl ziemlich gut.

Ich hätte es ja auch gerne alleine bzw. mit der Hilfe von ihm und meinen Freunden hingekriegt… aber das funktioniert eben nicht. Ich muss einfach mal lernen, Sachen, von denen ich weiß, daß sie stimmen, auch umzusetzen. Ich weiß ja z.B., daß ich an der Trinkerei meines Vaters nicht schuld bin. Aber trotzdem hab‘ ich Schuldgefühle, die ich nicht abgestellt kriege. Und ich weiß auch, daß ich vor den Menschen auf der Straße keine Angst haben muss (zumindest nicht vor allen und nicht in dem Ausmaß)… aber dieses Wissen lindert die Angst eben kein bißchen. Ist wahrscheinlich wie bei einem Süchtigen, der zwar weiß, daß er aufhören sollte, aber es nicht hinkriegt. Und Hakon und die anderen können mir da eben nicht helfen. „Hör auf, sowas zu denken!“ ist leider keine Hilfe. Das ist, als wollte man jemandem Fahrrad fahren mit den Worten „Setz dich drauf und fahr los!“ erklären… Naja, wahrscheinlich erzähl‘ ich erstmal meinen Freunden von dem Plan, einem nach dem anderen, und wenn die dann positiv reagieren, gibt mir das hoffentlich Kraft für die beiden „Problemfälle“.

Und sonst? Worüber hab‘ ich noch gegrübelt? Schultern zuck  Zum Beispiel darüber, wie ich, die ich im Moment teilweise schon vor dem Schatten eines Menschen Schiß hab‘, die am liebsten den ganzen Tag mit beiden Kopfhörerstöpseln im Ohr rumlaufen würde, um die Anwesenheit anderer Menschen wenigstens halbwegs ignorieren zu können… wie ich mit der Tatsache klarkommen soll, daß in der Klinik (fast) ständig Leute um mich herum sind, mit einem Zweierzimmer… eben so gar keine Fluchtmöglichkeit… Aber auch da gilt wohl: Da muss ich wohl durch!

Und ich überlege immer öfter, ob ich das Angebot meines Arztes annehmen und mich krank schreiben lassen soll. Nicht, weil ich keine Lust hab‘, zu arbeiten oder so (obwohl ich zugeben muss, daß sich meine Lust echt in Grenzen hält, weil es auf der Arbeit im Moment echt nur stressig ist, unnötig stressig vor allem, und das Betriebsklima mit ständigen Streitereien und Intrigen echt beschissen geworden ist…). Das ist es wirklich nicht. Es liegt an der Arbeitszeit… Nachts arbeiten tags schlafen tut mir gerade echt nicht gut. Ich hab‘ das am Feiertag und am Wochenende wieder extrem gemerkt. Allein schon tagsüber wach sein und das Sonnenlicht mitbekommen… weiß nicht, da geht’s mir schon ein paar Punkte besser. Bisher bin ich noch schlicht zu feige… ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, wie meine Chefs und der Rest reagieren würden… mal sehen, ich beiß mich noch eine Weile durch, so lange es eben noch geht, und seh‘ mal weiter.

Und jetzt fang‘ ich erstmal an, Kliniken anzurufen. Könnt‘ mir ja die Daumen drücken, wenn ihr wollt 🙂

2 thoughts on “Bin wieder da

  1. Mir wird es eigentlich auch sehr schnell zuviel, wenn dauernd Menschen um mich rum sind – erstaunlicherweise hatte ich in der Klinik nicht wirklich ein Problem damit. Einerseits wohl deshalb, weil ich mein Bett grundsätzlich als Rückzugsort ansehen kann, egal, was um mich rum los ist, aber andererseits auch, weil man, wenn nötig, schon so seine Rückzugsorte fand. Ein Spaziergang, ein leerer Gruppenraum oder notfalls einfach mal eine Mahlzeit schwänzen (am besten nach Abmeldung bei der Schwester, damit es keine Suchaktion gibt ;-)) und die Ruhe im Zimmer genießen.
    Lass es dir nicht ausreden!!!

  2. ich drück ganz doll die Daumen. Und lass dich ruhig krank schreiben. Es ist doch wumpe, was die anderen darüber denken, du bekommst es doch sowieso nicht mit.
    Würde mir auch diesen Plan von keinem ausreden lassen. Du schaffst das und danach geht es dir sicher besser und du kannst neu gestärkt all deine anderen Pläne angehen.

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