Die Obermotte Teil 3

(und danach ist hoffentlich erstmal Schluß mit dem Thema! Hirn anfunkel  Ich mag’s nämlich nicht!)
Nachdem die Obermotte damals nach der Schule direkt dazu überging, ihre schwerkranke Schwiegermutter zu pflegen, und kurz vor deren Tod dann schicksalhafterweise ihre Pille nicht wirkte (wie soll die Arme das auch, wenn Frau in den Urlaub fährt, Pille aber nicht mitdarf? hust  „Böse Zungen“ meinen bis heute, sie hätte mich nur bekommen, um nicht arbeiten gehen zu müssen. Keine Ahnung, ob’s stimmt, aber es würde einiges erklären…) beschloß sie während der Therapie meines Vaters mit stolzen 36, daß sie jetzt doch mal eine Ausbildung machen würde. Vater und Maus fanden das gut und unterstützten sie, wo sie nur konnten (es sei denn, meine Erinnerung spielt mir da einen Streich).
2 Jahre später, ich war 12, hatten meine Eltern großes Palaver in der Küche. Irgendwann riefen sie mich dazu… Vater guckte verkniffen, Motte erklärte mir, daß sie erstmal zu ihrer Mutter ziehen würde, sie müsse „sich selbst finden“. Auf meine Frage, ob sie wieder käme, bekam ich ein „ja“. Also packte sie eine Tasche und war erstmal weg… 1 Woche lang. Dann kam sie vorbei, um uns mitzuteilen, daß sie doch endgültig ausziehen würde, weil sie sich verliebt hätte… in meinen Patenonkel, bester Freund meines Vaters, Ehemann ihrer besten Freundin (aber da würde noch nix laufen, sie hätte sich ja auch deswegen die Auszeit genommen, um rauszukriegen, was sie überhaupt will). Packte noch mehr Sachen und war wieder weg. Wir waren am Boden zerstört. Als wir es nach 2 Wochen hinbekommen haben, uns bei meiner Patentante zu melden, erfuhren wir, daß besagter Kerl bei ihr schon 2 Wochen vor dem Auszug der Motte rausgeflogen war. Wegen einer Affäre mit ihr! Meine Patentante hat sich auch ohne Ende entschuldigt, daß sie uns nichts gesagt hat, aber sie war wohl so fertig, daß sie da gar nicht dran gedacht hat (kann ich irgendwo auch verstehen).
Naja, wann das mit den beiden anfing, ist mir persönlich mittlerweile egal… so oder so war das Ergebnis, daß Motte für Maus die nächsten 6 Monate nicht erreichbar war, obwohl sie in Maushausen bei ihrer Mutter wohnte. Aber wenn ich da anrief, war sie nie da. Und wenn ich meine Großmutter (angekündigt, wie sich das gehört) besuchte, war sie auch grad unterwegs… arbeiten, bei einer Freundin, wo auch immer. Ein paar Wochen vor Weihnachten tauchte sie wieder auf, rechtzeitig um zum Fest „heile“ Familie zu spielen (in der Ohne-Vater-Sparversion im Haus ihrer Mutter).
Ihre Version, warum das alles so kam, ist übrigens, daß mein Vater und ich sie „rausgeekelt“ hätten. Wir hätten ja immer nur zusammengehangen und sie ausgeschlossen, das wäre unerträglich gewesen. Faszinierend, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können…
Naja, sie zog mit ihrem Kerl zusammen, ich rief ab und zu bei ihr an und verabredete mich mit ihr… daß sie anrief, war eher selten.
Kurz nach der Scheidung kam dann heraus, daß ihr Neuer die beiden Töchter aus erster Ehe meiner Patentante missbraucht hatte, als sie 14-15 waren. Die hatten aber leider nie was gesagt (nicht mal, als die eine in Therapie war deswegen), erst als es schon verjährt war. Meine Patentante hat das am nächsten Tag direkt der Motte erzählt, vor allem, weil ich da 13 Jahre alt war. Die Motte weigert sich bis heute das zu glauben… naja, wer glaubt sowas schon gern vom (mittlerweile Ex-)Partner? Also soll sie mal. Was ich wiederum bis heute nicht nachvollziehen kann, ist, daß sie null Verständnis hatte, warum ich dem nicht über den Weg laufen wollte. Ich hab‘ ihr das auch gesagt, was aber nichts brachte. Aber in dem Punkt war ich mal konsequent (immerhin!). Wenn der da war, wenn ich zu Besuch kam, führte das zu einem „Hallo… oh… und tschüss!“. Und wenn er kam, wenn ich da war, bin ich direkt aufgestanden und gegangen.
Sie kam nicht zu meiner Konfirmation, und auch nicht zu meiner Abiturienten-Verabschiedung. Immer mit der Ausrede, sie wolle meinem Vater nicht auf den Fuß treten. Daß der ihr jedes Mal vorher eine Karte geschrieben hat, daß es ihm nichts ausmacht, und sie doch bitte kommen soll, mirzuliebe… Schulter zuck  wahrscheinlich sind die Karten in der Post verlorengegangen oder so.
Während ich in Spanien war, haben wir ein paar Mal telefoniert. Und als ich zurück kam, fing ich Nuss auch prompt wieder an, sie anzurufen und zu fragen, ob wir Kaffee trinken wollen. Ich weiß gar nicht so recht wieso… ich muss wohl masochistischer veranlagt sein, als ich dachte. Vielleicht bin ich zu empfindlich… aber eine Mutter sollte wissen, daß ihr einziges Kind schon sein Leben lang eine Nahrungsmittelunverträglichkeit auf Pilze hat, und ihm nicht Jägerschnitzel zum Mittagessen vorsetzen, oder? Und wenn es seit einem Jahr von seinem derzeitigen Freund erzählt, sollte sie nicht fragen, wie es mit dem Freund läuft, mit dem seit 6 (!) Jahren Schluß ist, oder? So ging das andauernd… ihr Hirn war in Bezug auf mich noch selektiver als meins, und das will was heißen!
Irgendwann hab‘ ich dann doch mal eingesehen, daß das nichts bringt, außer Schmerz und 2 Tagen Loch nach jedem Treffen. Wie ich aufgewacht bin? Einen Tag vor meinem 25. Geburtstag rief sie an und gratulierte mir überschwenglich. Nach 10 Minuten Diskussion, ob ich jetzt heute (nein!) oder morgen (jap, eindeutig, sagen alle außer dir, inklusive Perso) Geburtstag hätte, war ihr Fazit „na, wenn du meinst, du wirst es ja besser wissen!“. Daraufhin hab‘ ich aufgehört mich zu melden… und ihr scheint das nicht viel auszumachen. Zumindest hat sie sich danach auch nicht gemeldet. Ich bin ihr noch ein paar Mal auf der Straße begegnet, sie wohnt ja auch nur 5 Minuten von mir weg.
Letztes Jahr im Herbst saß ich in der Nähe ihrer Wohnung an der Bushaltestelle und sie ging vorbei, schaute mir direkt ins Gesicht… und nix, kein Anzeichen eines Erkennens. Was war ich froh, daß ich Hakon da schon kannte und direkt erstmal mit dem quatschen konnte… Weil, auch wenn ich den Kontakt abgebrochen hab‘ und das definitiv die richtige Entscheidung war… DAS tat weh!
Und ich frag‘ mich immer mal wieder, was eigentlich nicht mit mir stimmt, daß ich meiner eigenen Mutter unterm Strich scheißegal bin?

2 thoughts on “Die Obermotte Teil 3

  1. Das gleiche frage ich mich bei meinem Vater..das geht auch glaub ich nich vorbei..man kann sich nur immer wieder sagen, dass es nicht die eigene Schuld is, sonderd die des Anderen.

    • Glaub‘ ich auch… Und ich sag’s mir immer wieder. Deswegen nenn‘ ich sie auch ungern „Mutter“… um mir selbst immer wieder klarzumachen, daß das Problem darin liegt, daß sie eben nicht so ist, wie eine Mutter (meiner Meinung nach) sein sollte

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