Nervös…

aber mittlerweile sowas von! Nachher ist der Termin in der Maushausener Klinik, der wo die Ärztin am Telefon so nett war…

Seit 2 Wochen wart‘ ich auf diesen Termin, freu‘ mich drauf und hab‘ mir immer wieder gewünscht, er wäre früher. Und seit gestern nachmittag bin ich auf einmal nervös und hab‘ Schiß. Wieso? Irgendwie schwer zu sagen.

Wahrscheinlich, weil ich keine Ahnung hab‘, wie das laufen wird. Was fragt die mich? Was soll ich da antworten? Oder, Schockschwerenot, kommt da einfach der gefürchtetste Satz von allen „Erzählen Sie mal“?

Ich kenn‘ die Klinik nicht. Hilft auch nicht gerade, mich zu beruhigen. Ich ärger‘ mich gerade, daß ich in den 2 Wochen nicht einfach mal hingegangen bin, um die mir anzugucken. Einfach, um mich schon mal an den Ort zu „gewöhnen“. Den Göttern sei Dank holt mich die Ärztin an der Ambulanz ab. Dann brauch‘ ich nur die finden. Bei meinem Orientierungssinn wird das, je nachdem, wie das da aussieht, schon schwer genug… Die Ärztin kenn‘ ich auch nicht. Am Telefon war sie echt nett und klang total sympathisch, das geb‘ ich gerne zu. Aber vielleicht hatte die da einfach nur einen guten Tag und die entsprechende Laune? Und vielleicht ist es heute das Gegenteil? Tolle Vorstellung: Die Frau hat nicht gerade tolle Laune, guckt bei der Begrüßung dementsprechend und Maus kriegt den Rest des Termins das Maul nicht auf, weil sie das Gefühl hat, zu nerven… (Klingt doof? Vielleicht, aber sowas sähe mir echt ähnlich. Ich hab‘ es schon geschafft, Nora um ein Treffen zu bitten, weil ich mich mal ausheulen müsste… und dann kam die genervt an, weil sie sich vorher noch mit ihren Eltern gezofft hat… und Maus musste gezwungen werden, zu sagen, was los ist, weil sie Nora nicht auch noch nerven wollte.)

Und selbst wenn sie „in echt“ genauso nett ist, wie am Telefon… dann bleibt immer noch der Unsicherheitsfaktor „Maus“. Ich hab‘ weder Ahnung, was ich sagen soll noch was ich sagen werde… oder wie. Und ich bin echt gut darin, so zu tun, als wäre alles ok oder zumindest nicht sooo schlimm… ich komm‘ schon klar, eben. Auch wenn ich gerade kurz vorm heulen bin. Wenn man mich fragt, wie es mir geht und als Antwort „ganz gut“ kommt… dann kann das eigentlich alles bedeuten. Von „wirklich ganz gut“ über „ich hab‘ nicht geschlafen, noch nichts gegessen und häng‘ eigentlich nur sinnlos rum und starr‘ die Wand an“ bis zu „ich hab‘ eben einen Heulkrampf gekriegt beim Gedanken, das Haus zu verlassen und zur Arbeit zu gehen“… Und wenn ich darüber nachdenke, wie oft ich im letzten Jahr jemandem gesagt hab‘, daß es mir scheiße geht und ich echt nicht klarkomme… und wie wenige das ernst genommen haben… Kann sein, daß die meisten davon eben Arschlöcher waren, die es nicht interessiert hat (bei meinem Klassenlehrer eindeutig der Fall). Aber sogar Bernd hat es erst richtig gemerkt, als ich als Antwort auf die Frage „wie geht’s dir?“ einen Heulkrampf gekriegt hab‘ (moah… dieser fast schon erschreckte Gesichtsausdruck…). Und die, die es ernst genommen haben… die hab‘ ich ziemlich schnell wieder beruhigt, weil ich es nicht ertragen hab‘, daß sie sich Sorgen machen. Und nun sitz‘ ich hier und hab‘ Angst, daß die Ärztin mich nicht ernst nimmt, oder aber, daß sie es tut, aber ich dann eben wieder anfange, alles runterzuspielen. Nach dem Motto „Gibt schlimmeres, ich komm‘ schon klar“… Und daß die dann nicht merkt, daß das nur Fassade ist…

seufz Ich schätze mal, grübeln bringt da grad gar nix, im Gegenteil. Nicht, daß das Hirn davon abhalten würde… Aber ich werd‘ jetzt erstmal was essen (wenn ich noch nervöser werde, wird das nix mehr) und mich dann irgendwie versuchen abzulenken. Vielleicht bügel‘ ich endlich mal, bevor der Wäschestapel mir bis zur Schulter reicht?

6 thoughts on “Nervös…

  1. werden vermutlich die standardfragen sein: warum klinik? therapien und behandlungen bisher? diagnosen, symptome, was genau belastet dich? was soll erreicht werden, welche ziele hast du bzw. was belastet dich derzeit am meisten, was soll unbedingt anders werden? dazu dann infos von der ärztin: welche behandlungen bieten sie an, wie läuft der aufenthalt dort ab, wichtige regeln etc.

    ich hasse es auch, wenn ich auf „erzählen sie mal!“ oder „was führt sie zu mir?“ antworten soll. ich habe mir inzwischen angewöhnt, dann einfach zu sagen, dass es mir schwer fällt, so aus dem nichts drauflos zu erzählen. gute ärzte kennen das problem und wissen damit umzugehen, stellen dann fragen, auf die man leichter antworten kann und helfen einem zu erzählen. glaub mir, du bist nicht die einzige patienten, die sich schwer tut, offen und ehrlich ihr leben auszubreiten 😉

    vielleicht kannst du die zeit auch nutzen, dir noch einen kleinen „spickzettel“ zu machen? kurz aufschreiben, was deine ärgsten probleme sind, was du erreichen möchtest, und welche fragen du an die ärztin hast bezüglich therapien und klinik. wenn es dir die sprache dann ganz verschlägt, kannst du der ärztin den zettel geben, dann weiß sie auch bescheid.

    ich würde vielleicht auch gleich zu beginn des gesprächs sagen, dass ich nervös bin und dass es mir bei nervosität mitunter manchmal die sprache verschlägt. wenn sie bescheid weiß, kann sie dein schweigen oder deine wortkargheit einordnen und besser darauf reagieren.

    viel erfolg!

    • Danke *mal dankbar knuddel* Standard klingt wahrscheinlich, nur wusste ich bis gerade eben halt nicht, was Standard denn ist… Mit den Fragen kann Hirn was anfangen… Es kann sich da immer noch herrlich den Kopf drüber zerbrechen, aber jetzt weiß es wenigstens, worüber…
      Das mit dem Spickzettel probier‘ ich mal. Den kann ich ja zur Not noch im Bus schreiben… Der könnte echt hilfreich sein. Danke für den Tipp!
      Und die anderen beiden Tipps werd‘ ich auch im Ohr behalten, falls es echt zu schlimm wird. (Wobei Hirn da ja auch selbst hätte draufkommen können… wenn es nicht so mit verrücktmachen beschäftigt wäre…)

    • *voll und ganz zustimm*
      Alles Gute für den Termin und wie Silberträumerin sagt – wenn die Ärztin gut ist, dann kann sie mit Herunterspielen u.ä. umgehen. Zettel find ich auch sinnvoll, ich vergess sonst gern mal was, was ich eigentlich sagen sollte. Fällt mir dann meistens beim Verlassen der Praxis schlagartig wieder ein :roll:.

      • Auch dir danke 🙂
        Eigentlich weiß ich ja auch, daß es mindestens sehr wahrscheinlich ist, daß die hinter die Fassade guckt (unter anderem dafür studieren die Ärzte den Kram ja, oder?)… aber trotzdem krieg‘ ich den Gedanken grad nicht richtig aus dem Kopf…
        Den Zettel bin ich grad am schreiben. Ist gar nicht so einfach, und ich hoff‘, daß ich nix vergesse (wie bei Einkaufslisten so gerne :))

  2. Also wenn das die im Süden von Maushausen ist, kann ich dich beruhigen. Die ist ganz schön. Bin da schon oft spatzieren gegangen, weil meine Tante gegenüber wohnt.
    Zu der anderen Klinik kann ich leider nix sagen….
    Aber ich drück dir die Daumen^^

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