Selbstbild?

„3.: Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.“

1. Gedanke: Wieso instabil? Ich halt‘ mich sehr stabil für nix besonderes, und eher… ähm ja… wenn man nix nettes sagen kann, sollte man lieber nix sagen, manchmal.

Wie ihr ja schon wisst, hab‘ ich nach dem Wiki-Artikel noch weitergelesen (2 Links zu Seiten, die ich dabei gefunden hab‘, hab‘ ich mal bei den Chaos-Kriterien dazugepackt). Und ich kam ins Grübeln. Je genauer die Erklärungen waren, was damit eigentlich gemeint ist, desto mehr. Klar kann man da jetzt argumentieren, das wäre derselbe Effekt gewesen wie wenn jemand, der sich nicht so toll fühlt, die Symptome mal im Internet sucht und ein paar Stunden später Angst hat, eine tödliche Krankheit zu haben (soll’s ja öfter mal geben). Genau das habe ich mir auch immer wieder gesagt. Denn: ist doch Blödsinn! Ich weiß doch, wer und wie ich bin!

Aber das mit dem „sich über die Meinung anderer definieren“… seufz  das kann ich nicht leugnen, so gern ich es auch würde. Spätestens nach den Erkenntnissen der letzten Tage und Wochen ist es absolut eindeutig!

In letzter Zeit hab‘ ich über dieses Thema wieder vermehrt gegrübelt… und mir die Beschreibungen auch mal wieder durchgelesen… und bin über einen Satz gestolpert: „Angenommen, Betroffene sollen sich selbst beschreiben, so wird ein verwirrtes, gegensätzliches und meist negatives Selbstporträt dargestellt“. Verwirrt – check. Gegensätzlich – check. Meist negativ – Treffer versenkt!

Und dann ging das Gegrübel erst richtig los! Mir fiel auf, wie schwer es mir manchmal fällt, Antworten auf relativ einfache Fragen zu finden, beim Ausfüllen von Profilen z.B. Manchmal muss ich mich mit Hirn erstmal drauf einigen, was überhaupt eine „richtige“ Antwort ist, also, wonach da eigentlich genau gefragt wird. Beispiel? Klingt vielleicht doof, aber… Hobbies? Da überlege ich jedes Mal, was ein Hobby eigentlich ist, ob Dinge, die man 2-3 mal gemacht hat und die einem Spaß gemacht haben, die man auch unbedingt wieder machen will, auch schon zählen? Oder nur Dinge, die man gerne und oft tut? Und ab wann ist oft? Je nachdem, wie meine Antworten dann ausfallen, ist die Liste dann eben länger oder kürzer…

Manchmal ist die Antwort „ja… aber nein… aber ja… obwohl nein“… und ich müsste seitenlange Antworten schreiben, um die Wahrheit zu sagen. Und dann zähl‘ ich entweder die Gründe für „ja“ und die für „nein“ und die Antwort mit den meisten „gewinnt“… oder ich werf‘ sozusagen ’ne Münze. Wenn die Antwortmöglichkeiten unbegrenzt sind, wird’s richtig lustig… dann hab‘ ich nach einer Minute 20 Sachen im Kopf, seh‘ nochmal so viele schon aus der Ferne winken… und versuch‘ verzweifelt, das einzugrenzen, weil ich denke, daß eine ellenlange Liste doch einen blöden Eindruck machen würde… wie ich darauf komme, weiß ich allerdings auch nicht wirklich.

Und wenn es um Zukunftpläne geht… äh… ja… kein Kommentar. Das Chaos, was dabei herauskommt, wenn ich damit anfange, kennt ihr ja. Ich sag’s mal so: die Kochausbildung war nicht das Erste, was ich (eigentlich) wirklich wollte, wo mich dann aber etwas von abgebracht hat… wo ich dann plötzlich doch der Meinung war, daß es nicht das richtige wäre, daß ich es nicht hinkriegen würde, was auch immer.

Vielleicht ist es im Moment wegen dem Durcheinander in meinem Hirn extrem, aber in diesem Moment könnte ich, was mich angeht, ohne erst lange Nachzudenken wirklich nur die objektiven, messbaren Sachen wie Körpergröße, Haar- und Augenfarbe oder Schulabschluß sagen… der Rest hat Fragezeichen dahinter…

Vielleicht kommt das von den vielen Masken, die ich bisher schon getragen habe? Oder vielleicht trag‘ ich sie nur deswegen so oft? Weil ich gar nicht so genau weiß, was darunter steckt?

One thought on “Selbstbild?

  1. Also, außer dass ich von mir sagen kann, ich bin nett, könnte ich jetzt tatsächlich auch nicht so ohne weiteres irgendwas aufzählen. Und dann muss man ja auch noch bedenken, dass nett ein naher Verwandter von Stoffwechselendprodukt ist und so. Daher bin ich schon froh, dass ich mich so selten selbst beschreiben muss. 😉

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