Empathie ist Glückssache… oder so

In Foren stöbern, ist so eine Sache. Mitunter sehr hilfreich, keine Frage. Aber manchmal… oder sagen wir viel zu oft… da liest man da auch Threads, bei denen man vor lauter Kopf schütteln schon fast ein Schleudertrauma kriegt. Mein aktuelles „Lieblingsbeispiel“ hab‘ ich ja schon mal erwähnt. Der Erste von der Sorte, den ich damals entdeckt hab‘, führte allerdings mehr zu akuter Verwirrung. Das lief nämlich so ab:

Maus liest „Bei Borderlinern fehlt die Fähigkeit zur Empathie“. 3 Sätze weiter liest Maus dann „Borderliner sind Meister der Manipulation“. Maus stutzt und denkt sich „hä? wie soll denn bitte das gehen?“. Ich hab‘ tatsächlich nochmal nachgeschlagen… hätte ja sein können, daß ich für Empathie eine falsche Definition gespeichert hab‘ (ja, ich denk‘ manchmal so…). Nö, Empathie = Einfühlungsvermögen. Nochmal in den Thread geguckt. „Borderliner erkennen sofort, was man will und sind dann genau so.“ Äh… vielleicht bin ja ich doof, und nicht der Threadersteller, aber… wie zum Geier soll das eine ohne das andere funktionieren??? Wie machen „wir“ das? Unheimliches Glück beim Raten? Sind z.B. Männer doch alle gleich, und wenn man einen „geknackt“ hat, hat man eine „Checkliste“ für alle anderen? Oder eben kurz: Hä?

Empathie funktioniert bei den meisten Borderlinern, die ich bisher kennengelernt hab‘, durchaus… sogar verdammt gut. Es darf nur eine Voraussetzung nicht erfüllt werden: Die Gedanken und Gefühle der anderen Person, ihr daraus resultierendes Verhalten… das darf alles nicht direkt etwas mit einem selbst zu tun haben. (Wenn das bei jemandem anders ist, nur raus damit… ICH hab‘ die Weisheit bestimmt nicht mit Löffeln gefressen!)

Beispiele? Gerne doch:

Als ich mit Jonas zusammen war, schwirrte im gemeinsamen Freundeskreis noch seine Ex herum. Und obwohl die beiden seit 4 Jahren auseinander waren und sie auch genauso lange einen anderen Freund hatte, hat die Frau ein Revierverhalten an den Tag gelegt… das war echt nicht mehr schön! Das hab‘ ich aber nur an ihrem Verhalten Jonas gegenüber gemerkt (wer mir erzählen will, daß man jemanden nach 4 Jahren immer noch „ausversehen“ Schatz nennt… ähm ja…). Ihr Verhalten mir gegenüber war für mich einfach nur ein Rätsel… mal so, mal so… für mich absolut nicht zu deuten, ob die mich nun mochte oder hasste (weiß ich bis heute nicht wirklich).

Ich kann euch (hobby)psychologische Profile von allen möglichen Leuten erstellen… aber was die von mir halten? Boah, wenn ich DAS wüsste! Ihr habt Beziehungsprobleme? Immer her damit. Vorausgesetzt, ich kenn‘ euren Kerl, erklär‘ ich euch, was schief läuft und warum und überhaupt… Aber selbst fahr‘ ich alles an die Wand und merk‘ teilweise erst Jahre später, was da los war…

Auch schön: Kennt ihr diese ach so lustigen „Witze“, wenn A z.B. fragt, ob er ein Glas Wasser haben kann, und B sagt „nö“, grinst sich aber einen ab, weil A natürlich ein Glas Wasser haben kann? Mal davon abgesehen, daß ich den Witz an so Dingern noch nie verstanden hab’… Wenn A jemand anders ist, kein Problem, wird als Scherz einsortiert, für nicht witzig befunden und gut ist. Wenn A ich bin… Hirnkrampf! Bestes Beispiel war einmal, als ein Kollege, der mich ab und zu mal heimfährt, wenn er in meine Richtung fährt, meinte „nö, heut nicht, heute morgen hast du mir keinen Frühstückskuchen hingestellt“… trotz Grinsen im Gesicht wusste ich echt nicht, meint der das ernst oder nicht? Und weil mir nachfragen zu peinlich war, hab‘ ich, weil ich todmüde war, ein Taxi bestellt. Was ihn natürlich ziemlich verblüfft hat…

Aber das gilt alles nur, wenn man eben direkt betroffen ist. Wenn es darum geht, sich „anzupassen“… oder eben so zu sein, wie die andere Person das erwartet… das funktioniert (zu) gut. Naja… zumindest so lange, bis man anfängt, irgendeine Art von Bindung zu der Person zu entwickeln… dann geht das Gerate richtig los! Aber das würde hier jetzt dann doch zu lang werden… denn eigentlich ist das hier nur eine ausgelagerte Erklärung aus einem Entwurf über was anderes.

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3 thoughts on “Empathie ist Glückssache… oder so

  1. Meine Logik ist auch anders als die anderer Leute… und mit den Witzen hab ich auch so meine Probleme, ich weiß auch nie, ob was ernst gemeint ist oder nicht. Und selbst wenn ich merke, dass es ein Witz war, kann ich nicht wirklich adäquat reagieren – versuche ich, draufeinzugehen und meinerseits was zu sagen, wo der andere dann überlegen muss, dann werde ich ernst genommen und es heißt „Meeensch, war doch nur ein Witz“. Ja danke, hab ich kapiert, meine Aussage war auch als Witz gemeint :roll:.

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