Ging euch das auch so?

Mal eine Frage an die von euch, die schon mal in der Klinik waren: War das bei euch auch so, daß ihr die ganze Zeit gehibbelt habt, es nicht erwarten konntet, daß es endlich los ging, am liebsten schon gestern hingegangen wärt… und dann wird’s ernst und man hat auf einmal Angst? Und die ganzen Fragen und Zweifel und Bedenken von vorher sind wieder da?

Keine Sorge, ich werd‘ nicht kneifen… dafür bin ich schon zu weit gekommen.

Aber trotzdem ist mir heute einfach nur nach heulen zumute. Gestern auch schon, aber heute so richtig.

Das es bald ernst wird, zwingt mich irgendwie, endgültig einzusehen, daß ich alleine nicht klarkomme. Und auch wenn ich WEISS, daß es Blödsinn ist, ich komm‘ mir wie ein Versager vor. Als hätte ich es doch hinkriegen müssen…

Ich frag‘ mich auch andauernd, wenn ich Platz 1 bin, wer sind die anderen Plätze, die ich verdrängt hab‘, was haben die für Probleme, bräuchten die nicht vielleicht viel eher Hilfe?

Und mir schießen 1000 Fragen durch den Kopf: Was, wenn ich da erst recht nicht klarkomme? Mit der Situation, mit den Ärzten, mit den Mitpatienten? Was, wenn die sich denken „wieso stellt die sich eigentlich so an, andere Leute haben wirkliche Probleme!“? Und wenn ich mir gerade viel zu viele Hoffnungen mache und das gar nichts hilft, was mach‘ ich dann?

Mir fällt auf, wie sehr ich meine Kleinen vermissen werde… Ich krieg‘ auf einmal Angst, daß ich da sitzen werde, und niemanden interessiert’s, niemand meldet sich mal, niemand kommt mich mal besuchen…

Und ich sitz‘ hier, freu‘ mich unheimlich… und könnt‘ trotzdem einfach nur heulen…

15 thoughts on “Ging euch das auch so?

  1. Kein Mensch denkt „Was will die hier, andere haben echte Probleme“ 🙂 Wirklich nicht 😀 Aber die Aufregung kann ich nachvollziehen, es wird sicher auch eine aufregende Zeit. Ich bin gespannt auf dein Fazit hinterher!

  2. Alle, die da schon ne Weile sind oder da waren und vielleicht auch einige, die kommen wissen, dass es nicht auf die Probleme ankommt, sondern darauf, wie man mit ihnen fertig wird. Wie du, sind sie dort, um zu lernen, wie das geht.
    Niemand wird dich verurteilen oder dir Vorwürfe machen.
    Also lass es doch selbst auch bleiben, Mäuschen 😉

    • Du, ist jetzt nicht so, als würde ich das nicht probieren… Aber wie war das mit dem Niesen? Ich glaub‘, ich mutier‘ jetzt einfach zum Putzteufel, vielleicht denk‘ ich dann weniger nach…

  3. Jaaaaa, es ging mir auch so. Ganz genau so.
    Besonders die Gedanken, dass ich womöglich zu viele Hoffnungen hab – aber mir der Aufenthalt andererseits auch nichts bringen wird, wenn ich mit der Einstellung „bringt eh nix“ da rangehe. Ein normales Mittelmaß gab es irgendwie nicht.
    Und die Ungewissheit, wie wird es, was erwartet mich, komm ich mit den Leuten klar… ich bin doch eh ein Sicherheitsmensch, der alles planen muss, und dann lass ich mich auf „sowas“ ein…
    Wegen der Warteliste hab ich mir keinen Kopf gemacht – irgendwann war ich halt dran, weil die anderen schon einen Termin hatten oder den vorgeschlagenen Termin abgelehnt hatten.

    Ich glaub, es ist normal, dass man da so einen Haufen widerstreitender Gefühle von Freude über Unsicherheit bis Angst und Panik hat…

    • Ohja… „ja, aber wenn…“ – „boah, reiß dich zusammen, das wird schon klappen!“ – „apropos, zusammenreißen…“ Da wird man doch bekloppt von!
      Neue Situation sind auch nicht unbedingt meine Stärke. Und ich war bisher auch in „normalen“ Krankenhäusern nur zu Besuch, aber nie Patient…

      Höhö… ich bin normal. Ist ja auch mal was *lach*

  4. ging mir auch so (vor geplanten klinikaufenthalten). erst kaum abwarten können, fast schon etwas vorfreude… und direkt davor dann zweifel und ängste und lieber wegrennen wollen.
    möglicherweise wird auch der erste tag in der klinik ziemlich doof. war bei mir jedenfalls so. alles fremd, man kennt die leute nicht, der tagesablauf, die regeln, man muss sich erstmal an alles gewöhnen… stark bleiben, mäuschen! tief durchatmen, augen zu und durch!

    hast du da die möglichkeit, mal ins internet zu schauen? oder wird man die ganze zeit nichts von dir hören? wäre schade. wüsste gerne, wie es dir dort geht.

    • Ist echt beruhigend zu wissen, daß Hirn da nicht alleine ist. Ich wollt‘ es ja eigentlich mal wieder anmotzen deswegen…
      Moah… ich und unbekannte Situationen. Das kann heiter werden! Aber ich werd‘ das schon schaffen… „muss“ ja. Hab‘ ja ein Ziel, und vom verschreckt in der Ecke sitzen und den Rest der Welt beobachten werd‘ ich das wohl eher nicht erreichen…

      Öhm… weiß ich noch gar nicht. Eigentlich weiß ich noch gar nichts, außer daß ich hingehe. Hauptsache, den wichtigsten Punkt geklärt sozusagen 😀
      Aber so oder so, werd‘ ich mein Handy mitnehmen. Und von dem kann ich zumindest lesen, mal nen Kommentar und auch ab und zu zumindest ein kurzes Lebenszeichen loslassen… Und wenn ich jetzt sicher weiß, daß es jemanden interessieren würde :), dann werd‘ ich das auch ganz bestimmt machen

      • Lass dein armes Hirn 😀
        Du schaffst das! Ich war am Anfang auch erstmal etwas geflasht, aber das wird schon – echt! Manches war am Anfang echt gewöhnungsbedürftig, z.B. dass beim Essen die Anwesenheit kontrolliert wurde (wobei es ok war, wenn man gesagt hat, dass man nicht kommt; aber wenn man ohne was zu sagen nicht kam, mussten sie halt nachsehen, ob alles ok ist), dass es eine Nachtruhe gab, dass man die Medikamente beim Essen von der Schwester holen und in ihrer Anwesenheit nehmen musste… aber die Regeln hatten schon alle ihren Sinn und nach ein paar Tagen waren sie total normal für mich. War richtig ungewohnt, dass ich daheim wieder ganz allein für meine Medis verantwortlich war^^
        Dann hoff ich mal, dass deine Klinik keine Kontaktsperre hat, würde auch gern was von dir hören!

      • Die Regeln werden bestimmt gewöhnungsbedürftig, aber objektiv betrachtet brauch‘ ich die wohl dringend, sonst wird das mit einem halbwegs geregelten Tagesablauf nie was… denn muss man ja erstmal irgendwie in den Kopf kriegen.
        🙂 Freut mich. Handy kommt definitiv mit, jetzt erst Recht!

      • Ja, einen geregelten Tagesablauf hast du da bestimmt 😀
        Ist deine Klinik Akutklinik oder Rehaklinik? Aber ich vermute mal Akutklinik, sonst hättest du vorher einen Antrag stellen müssen – für eine Akutklinik braucht man nur eine Einweisung vom Arzt, da wird die Krankenkasse oder Rentenversicherung nicht gefragt. Soweit ich weiß, haben einige Akutkliniken Kontaktsperren. Inwieweit man die heimlich umgehen kann, weiß ich nicht… ich hätte es mich wohl nicht getraut. Aber bei mir gab es keine, war aber eben auch Rehaklinik.

      • Akutklinik. Ha! Etwas weiß ich dann doch… Ich werd’s ja sehen, aber ich hoffe auf jeden Fall, daß ich entweder mein Handy mitnehmen kann oder mal ins Internet gehen kann. Ich will ja auch wissen, was bei euch so los ist!

      • Ich hoff’s auch 🙂
        Und ich hätt es mir auch nicht so ganz ohne Verbindung zur Außenwelt vorstellen können. Das hätt meiner Gesundung bestimmt nicht gut getan, wenn ich so gar nichts mehr mitbekommen hätte 😉
        Klar war ich viel, viel weniger im Internet als daheim und hab auch viel unbeantwortet liegen lassen, aber da wichtigste hab ich doch mitbekommen – und meiner besten Freundin schreiben zu können, war mir auch wichtig.
        So eine absolute Kontaktsperre vielleicht sogar über Wochen finde ich schon heftig – eine Mitpatientin hatte das Jahre zuvor in einer anderen Klinik gehabt. Da war zumindest ihre Jüngste noch ziemlich klein und Mama furchtbar vermisst – aber sie durfte partout nicht mit ihr telefonieren, dabei hätte es der Kleinen einfach nur gut getan, die Stimme der Mama ein paar Minuten zu hören. Kannst dir vorstellen, wie sich die Mama im Hinblick auf ihr Kind gefühlt hat…

      • Moah… wie fies ist das denn? Also ich finde, in so einer Situation hätten die ja ruhig mal eine Ausnahme machen können. Die arme Kleine hat doch bestimmt sonst was gedacht…
        Ich glaub‘, ich frag‘ einfach am Montag, wenn mich die Ärztin anruft direkt. Dann weiß ich zumindest, was Sache ist (und bin im Idealfall beruhigt). Vorausgesetzt, ich vergess‘ es vor lauter Aufregung nicht. *Post-It-Block such*

      • Ich kann’s ja grundsätzlich schon verstehn, dass die Leute eben nicht abgelenkt sein und erstmal ankommen sollen – bloß stur nach irgendwelchen Grundsätzen zu verfahren wird halt nicht jedem gerecht… null Kontakt zum Kind kann bei einer Mutter doch echt leicht mehr schaden als nutzen.
        Ja, mach dir ne Fragenliste 😉
        Ich hab meine Fragen immer per Mail gestellt, aber ich hatte vorher auch keinen Kontakt zu Ärzten/ Therapeuten – nur zu der nervigen Warteschleife der Verwaltung… und mit meiner Telefonphobie hab ich dann natürlich eh Mails bevorzugt^^

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