Der Wolf und die Maus

oder auch: Hakon die 2te

Vielleicht hat sich ja schon jemand gewundert, wo der Kerl steckt… Erst schreibt Maus immer wieder und eigentlich ständig von ihm, und dann wochenlang nix oder nur am Rande? Gibt eine ganz einfache Erklärung: Ich hab‘ ihn seit Ostern nicht gesehen, und seit dem letzten Gespräch auch nicht mehr mit ihm telefoniert… Wieso? Haben wir uns gestritten? Nicht wirklich, wir waren zwar nicht derselben Meinung, aber Streit würde ich das nicht nennen.

Angefangen hat die Funkstille, weil er in eine Situation geraten ist, die ihm nicht gepasst hat und auf die er gar nicht klargekommen ist. Ich werd‘ die hier nicht ausbreiten, weil sie nicht wirklich was zur Sache tut. Es genügt zu wissen, daß sie an seinem Selbstbild kratzt, bzw. ihn irgendwo zwingt, sich anders zu verhalten, als er das durch sein Selbstbild will. Was das für eines ist? Siehe Überschrift. Das eines Wolfes (und wenn man ihn und sein Verhalten kennt: passt!). Genauer gesagt, daß eines Wolfes, der so schon so oft sein Rudel verloren hat, daß er sich nun als der einsame Wolf sieht (und dabei das Rudel, daß er eigentlich hat, übersieht oder vielleicht auch einfach nicht sehen will). Als solcher muss er alleine klarkommen, alles alleine durchstehen… denkt er zumindest. Was dazu führt, daß er, wenn es ihm mies geht, nicht drüber reden mag (was ihn allerdings nicht davon abhält, andere aufzufordern, über Sachen, die sie bedrücken, zu reden… ich sprech‘ da aus jeder Menge Erfahrung). Er hadert mit der Welt und sich selbst und überhaupt, zieht sich in seine Höhle zurück und knurrt alles an, was sich nähert… außer seinem besten Freund, den ich zwar nicht kenne, der aber nach dem, was ich über ihn gehört hab‘, wohl genauso ist. Kurz gesagt: er ist mies drauf, schwer gereizt, aggressiv…

Bisher führte so eine Laune immer dazu, daß er etwas auf Abstand ging, ich ihm erklärte, daß ich schon mit seiner miesen Laune klar kam, und wir trotzdem weiter regelmäßig telefonierten (und ich auch wirklich mit dem Knurren klar kam, vor allem, weil es sich meistens nach den ersten Minuten legte). Aber diesmal… diesmal bin ich einfach selbst in zu mieser Verfassung, zu durcheinander, zu empfindlich, zu sehr selbst mit Grübeln (und Erinnerungen) beschäftigt. Diesmal wäre das keine gute Kombination. Wurde ja auch eindrucksvoll bewiesen… (Stichwort „Ich hasse ihn„… ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, wären wir nicht gerade beide im Loch bzw. in der Höhle, wäre die Situation weder so entstanden noch so „ausgeartet“)

Wie das weitergeht? Keine Ahnung. Wir werden es sehen. Irgendwann wird garantiert einer von uns beiden wieder rauskommen und sich beim anderen melden. Und dann geht es vielleicht genauso weiter wie vorher… oder ist „nur noch“ Freundschaft… abwarten. Es wird schon das Richtige sein… So wie es das die ganze Zeit schon war/ist…

Apropos: Was es war/ist? kicher Das ist eine gute Frage, auf die ich keine Antwort hab‘. Was ist der Kerl für mich? Fester Freund? Nein! Das ist keine feste Beziehung, da bestehen wir beide drauf. Sehr guter Freund? Ja, aber eben nicht nur. Affäre? Ja, aber eben auch nicht nur. Er sagte mal „was auch immer das zwischen uns beiden ist, es ist genau richtig“… und das unterschreib‘ ich. Es ist einfach was besonderes irgendwie… so wie er auch was besonderes für mich ist. Und das von Anfang an…

Als wir uns kennenlernten, war ich ein paar Wochen vorher gerade mal wieder aus dem Mauseloch gekrabbelt, hatte hauptsächlich im Internet wieder Kontakt zu Außenwelt aufgenommen und auch ein paar nette Leute kennengelernt. Darunter einen Kerl, den ich dann auch real traf, mutig wurde… und prompt auf die Nase fiel. Und eigentlich hatte ich da beschlossen, die „Netten“ zu behalten und ansonsten wieder dicht zu machen, bloß kein neues Risiko eingehen also. Und genau da schrieb mich dann ein Kerl an: 2 Jahre jünger (geht eigentlich gar nicht!), nicht häßlich, aber irgendwie nicht mein Typ (und auch wenn’s komisch klingt, das Profilfoto hat mich total  irritiert… irgendwie passte es nicht zum Profil und zu dem, was er schrieb… mittlerweile weiß ich ja, es sieht ihm, von den Augen abgesehen, absolut nicht ähnlich, vielleicht lag’s daran?)… und das Profil zeigte einem eindeutig einen „Kaputten“ mit ausgeprägten Hang zur Misanthropie. Maus + Misanthrop? Ob das eine gute Idee wäre?

Und trotzdem… ich schrieb zurück, freute mich über jede Nachricht von ihm, gab ihm meine Messengernummer (und wunderte mich im selben Moment darüber)… und dann folgten mehrere Wochen, wo er mich anschrieb, wir kurz redeten und sobald das über Smalltalk hinausging, war die Maus weg… offline, verschwunden. Und dabei wollte ich eigentlich mit ihm reden…

Bis zu einem Samstag… mir ging’s mies, er schrieb mich an, auf einmal flirteten wir… Ok, ehrlich gesagt, er flirtete, mein Beitrag bestand hauptsächlich aus *rot werd* und *verlegen wegguck*. Was irgendwann dazu führte, daß er fragte, wieso ich eigentlich so schüchtern sei… Und auf einmal war kein Halten mehr. Wir redeten und redeten… über Vergangenheit, Ängste, Verluste, seine wie meine, einfach alles, und das meiste davon so gar kein Thema, über das ich gerne rede (und schon gar nicht mit jemandem, den ich gar nicht kenne). Nach 10 (!) Stunden fielen wir todmüde ins Bett, nur um wenige Stunden später fast gleichzeitig aufzustehen und direkt wieder an den Rechner zu gehen und weiterzureden. Nach 24 Stunden wusste der mehr über mich als ca. 95% der Leute, die mich seit Jahren kennen! Und als er fragte, ob wir uns am nächsten Tag treffen wollten, sagte ich, völlig mäuschen-untypisch „ja!“.

Um das mal abzukürzen: Wir trafen uns, fingen was miteinander an… und von da an (Anfang August letzten Jahres) bis Ostern bin ich fast jede Woche zu ihm gefahren, wir haben fast jeden Abend telefoniert, uns zwischendurch noch SMS geschrieben, wenn irgendwas besonderes war…

Und trotzdem: Er sagt, er empfindet nichts für mich (abgesehen davon, daß er mich lieb hat, und er immer für mich da ist). Ich glaub‘ ihm das. Ob ich verliebt bin… bis Ostern hätte ich garantiert ja gesagt, jetzt frag‘ ich mich, ob man dann mit so einer langen Funkstille so wunderbar klar kommen würde. Andererseits, warum nicht, wenn man weiß, daß es für einen selbst so schon absolut passt?

Es klingt vielleicht seltsam, aber ich glaube, nur weil das eben so ist, nichts festes, ohne gegenseitige Liebesschwüre oder sowas… nur deswegen funktioniert es so gut. Meine Alarmglocken haben keinen Grund zum klingeln (oder was auch immer da sonst so in Hirn vorgeht), seine auch nicht. Und es tut gut. Mir auf jeden Fall und ich denke einfach mal, ihm auch.

(Also, dafür, daß das eigentlich nur ein kurzes „wo steckt eigentlich Hakon?“ werden sollte… wow!)

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